Der 11. September 2001
Die Türme des World Trade Centers
Es war einmal das höchste Gebäude der Welt. Ein Jahr, nachdem das World Trade Center
am 11. September 2001 einem terroristischen Anschlag zum Opfer fiel, findet man
ein sechs Stockwerke tiefes Loch an der Stelle, an der fast dreißig Jahre lang seine
zwei mal 110 Etagen in 417m (Nordturm) bzw. 415m Höhe an den Wolken kratzten.
Der Höhenrekord des WTC hielt nur wenige Monate, schon 1974 wurde es vom 443 Meter hohen
Sears Tower in Chicago überboten. Seit 1988 sind die Petronas Towers (ebenfalls
Zwillingstürme) in Kuala Lumpur, Malaisia mit 452 Metern das Maß aller Dinge.
New Yorks größte Baustelle ist wieder zurückgekehrt nach Lower Manhatten. Zwischen 1966
und 1973 wurden hier für ca 1,1 Mrd. Dollar zwei Riesen aus Stahl, Beton, Glas und
Aluminium aus dem Boden gestampft, Arbeit für tausende von Bauarbeitern und Zulieferern.
Bauherr war die öffentliche Hafenverwaltung (Port Authority) von New York und New Jersey,
die Pläne stammten vom amerikanisch-japanischen Architekten Minoru Yamasaki, der mit
diesem Projekt zu Weltruhm kam. Die Idee, einen solchen Gebäudekomplex überhaupt in
Angriff zu nehmen, stammte allerdings von jemand anderem: Schon 1960 hatte der
amerikanische Unternehmer David Rockefeller seinen Bruder Nelson, damals Governor des
Staates New York, das Konzept einer Neubelebung Central Manhattans durch den Bau eines
internationalen Handelszentrums vorgelegt. Aus diesem Grund erhielten die beiden Türme
auch bald die Spitznamen "David" und "Nelson".
Die Konstruktion als
Tube-in-Tube-System ermöglichte den Konstrukteuren, den Druck der
vielen Stockwerke in Stabilität umzuwandeln. Die beiden "Tubes" (Röhren) waren keine
Rohre im eigentlichen Sinne, sondern miteinander verbundene Fächer aus Stahlträgern.
In der inneren Röhre, dem Kern des Hauses, befanden sich die drei Treppenhäuser, sämtliche
Aufzüge und natürlich auch die Leitungen für Trinkwasser und die Brandschutzanlage sowie
für Strom und Telefon. Diese Hülle aus Stahlträgern war aus Brandschutzgünden mit
leichten Gips-Beton-Platten verkleidet. Über Querträger, an denen auch die Etagendecken
aus Leichtbetonplatten hingen, war die innere Röhre mit der Außenwand des
Gebäudes verbunden, die gleichzeitig als äußere Röhre diente. Auch diese bestand aus
verkleideten Stahlträgern, an denen außen noch die Fassade aus Aluminium und Glas hing.
Das ganze Gewicht jedes Turmes verteilte sich also auf viele dünne Stahlträger anstatt
auf wenige dicke Stahlbetonträger, wie das bei vielen konventionellen Häusern ist. So
wurde hohe Stabilität mit Elastizität (die Türme schwankten oben bei Sturm um mehrere
Meter) verbunden und dabei noch viel Platz gespart.
Noch während der Bauarbeiten begann die Vermietung der bereits fertiggestellten Stockwerke,
doch es sollte noch Jahre dauern, bis für die jeweils 400.000 m² Fläche genügend
Mieter gefunden waren. Daher sah es in den 70ern zunächst so aus, als würde das Projekt
niemals aus den roten Zahlen kommen. Die New Yorker konnten sich in den Anfangsjahren
zunächst nicht mit dem glänzenden Fremdkörper in ihrer Stadt anfreunden, erst in den
80ern wurde das WTC nicht nur für Touristen, sondern auch für Bürger und Wirtschaft
zum Kultobjekt und nicht zuletzt auch zu dem Wahrzeichen der Stadt, wie das
nebenstehende Cover eines Reiseführers es nicht besser verdeutlichen könnte.
Somit wurde es natürlich auch eines der beliebtesten Motive für
Ansichtskarten,
Poster und
Kalender.
Die Vermietungsqoute stieg steil an, auch die Immobilienwirtschaft
interessierte sich nun für die Gebäude. Der New Yorker Immobilien-Magnat Larry A.
Silverstein und die Shopping-Center-Immobilienfirma 'Westfield America' schlossen noch im
Februar 2001 ein 99-jähriges Leasingabkommen mit der Port Authority im Gesamtwert von
beachtlichen 3,2 Milliarden Dollar für den Gebäudekomplex. Nach einer Anzahlung von 600
Millonen Dollar sollte der Rest von den jährlichen Einnahmen für die Weitervermietung der
einzelnen Etagen gedeckt werden.
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© Text, Skizzen: D. Bornemann; Coverscans: Amazon.de
Letztes Update: 01.01.1970,01:00
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